Ford-Marketing kopflos oder gerissene Verkäufer?

Ford hat sich etwas ausgedacht. Der Vertrieb in Deutschland lahmt und im europaweiten Vergleich fiel den EU-Behörden in diesem Jahr bspw. der hohe deutsche Preis beim Ford Focus auf. Jetzt haben sich die Marketingexperten etwas einfallen lassen. Merkt ja keiner, wenn Opel vor zwei Wochen mit ähnlicher Aktion startete.

Fords “Propaganda-Abteilung” hat die Aktion erfunden (bei Opel gefunden), dass dem Käufer die Mehrwertsteuer erlassen wird. Wer es glaubt? Glücklicherweise glaubt das kein Mensch. Glück für Ford. Denn dann gäbe es wieder Ärger mit der Aufsicht. Aber vielleicht sollte es den Ärger lieber doch zum Schutze des Verbrauchers geben. Denn es wird keine Mehrwertsteuer erlassen.

Ford verspricht ab heute auf unbestimmte Zeit eine Preissenkung um 16 Prozent (Mehrwertsteuer?) gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung. Die gibt ja für gewöhnlich der Hersteller an. Aber nicht der Hersteller bestimmt den Preis. Dafür ist die Nachfrage im Markt verantwortlich. Wo ist denn nun der Preisvorteil und das Geschenk an den deutschen Automarkt, den der Käufer fühlen soll?

Ford verkauft derzeit schlecht, also muss der Preis runter, wenn der Rest vom Marketing-Mix keine Kunden bringt. Und lustigerweise gilt die Aktion nicht für alle Modelle. Ausgenommen von der Aktion werden der Ford Ka Student, Ford Focus ST, Ford Focus Coupé-Cabriolet und der neue Ford S-Max sowie Ford Galaxy. Hier stimmt dann wohl derzeit die Nachfrage.

Immerhin: Ford produziert interessante Werbe-Spots.

Der Beitrag Ford-Marketing kopflos oder gerissene Verkäufer? wurde am Donnerstag, den 10. August 2006

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