Offroad-4×4-Training für Geländewagen an der Leistungsgrenze

Der Weg ist das Ziel – Offroad-Training an den Leistungsgrenzen der Technik

Das Verkehrsversuchsgelände Horstwalde 50km südlich von Berlin ist ein Areal von 1.200 Hektar (!) mit unterschiedlichen Freiflächen und technischen Anlagen, davon entfällt etwa die Hälfte auf das Offroad-Fahrgelände: das Gelände-Konzept basiert auf der Analyse von 57 der bedeutendsten KFZ-Versuchsanlagen weltweit. Viele historische Module dieser nicht-öffentlichen Einrichtung stehen für 60 Jahre Kraftfahrzeugentwicklung in Deutschland und sind Muster für viele später errichtete Kraftfahrzeug-Versuchsanlagen. Geländewagen aller Marken und Modelle wurden bereits privat und im Auftrag vieler Hersteller getestet.

Das überwiegend mit Kiefernforsten bestandene, leicht wellige Gelände macht Orientierungshilfen unumgänglich – ohne Karte und Kompaß oder GPS verirrt man sich mit und ohne Wagen hier schnell – daher steht man hier per Funk in Verbindung. Grundstückseigentümer ist die Bundesanstalt für Materialforschung und Materialprüfung (BAM), die das ehemals militärische Fahrgelände der ehemaligen NVA seit 1991 für Freiversuche nutzt – unter anderem für die Prüfung von Atomkraftwerken bei Flugzeugabsturz oder auch beispielsweise mit Fallversuchen der CASTOR-Behälter.

Ein Teil der Module ist in ein Offroad Streckensystem integriert, welches aus drei verschiedenen Einzelstrecken (weiß-grün-rot) mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden für die Geländeagen besteht. Jede Off-Roadstrecke wird durch 4×4-getriebene Geländefahrzeuge im Kreis gefahren (7,1 Kilometer bis 8,6 Kilometer) oder mit benachbarten Strecken kombiniert. Es stehen eine eigene mobile Dieseltankstelle und eine Waschrampe zur Fahrzeugreinigung zur Verfügung.

Das deutsche Expeditionscamp (expeditionen.de) bietet 2007 drei Tagesveranstaltungen an zum Offroad-Training. An diesen Tagen wurde eine Sondergenehmigung erteilt, denn das Sperr-Gelände steht Privatpersonen normalerweise nicht offen (12.August 2007, 9.September und 23.September 2007). Ein besonderer Clou von expeditionen.de: Offroad-Teilnehmer werden während des Gelände-Parcours im Forst zu Pferd betreut und „oofroad“ beraten.

Module der Verkehrsversuchsanlage zum Kennenlernen der Geländetauglichkeit des Fahrzeugs und zum Offroad-Fahrtraining

Prüfanlage Steigfähigkeit: 8 nebeneinander liegende Steigungsbahnen mit Steigungen zwischen 15 und 65% auf verschiedenen Längen (103 Meter, 79 Meter, 64 Meter, 57 Meter, 50 Meter, 43 Meter, 38 Meter, 33,5 Meter); Breite der Fahrbahn 4,50 Meter, Fahrbahnbelag bis 25% Beton, ab 30% Kleinpflaster in Beton gesetzt. Wasserdurchfahrt bis 1,50 Meter Watttiefe, Beckenbreite: 5,5 Meter, Beckenlänge: 31,4 Meter, Beckengrund: Granitpflaster in Beton

Kletterstufen: Steighöhen mit 0,40 Meter, 0,60 Meter und 0,80 Meter, Breite: 4,00 Meter, Variation der Steighöhe durch Balkenauflagen bis max. 1, 20 Meter

Leere Betonwanne vorgesehen für Sonderbefüllungen

Fester Geröllhang: Steigung bis 35%, Breite: 5,00 Meter, Länge: 35 Meter, Belag: Geröll, faust- bis kopfgroß in Beton fixiert

Loser Geröllhang: Steigung 32%, Breite: 5 Meter, Länge: 40 Meter, Belag: Geröll, faust- bis kopfgroß

Feste Schrägfahrt: Neigung bis etwa 42°, Längen: 20 Meter und 30 Meter

Lockersandstrecke bzw. Dünenauffahrt: Länge etwa 1.000 Meter mit Wendemöglichkeiten, wechselnde Sandtiefen und Festigkeiten in Abhängigkeit von Witterung und Befahrung

Natürliche Schrägfahrt Sandhang: Wechselneigung auf sandigem Untergrund

Baumhindernis ausgelegt für SUV

Grabenüberfahrt: Drei Gräben (Tiefe:1 m, Weite oben: 1m) im Abstand von etwa 13 bzw. 15 Meter

2 Verschränkungsbahnen mit einer maximalen Amplitudenhöhe von 1.250 Millimetern Kletterstufen mit 40, 60 und 80 Zentimetern Höhe

Gleisübergang

Plattenfahrstreifen mit definierten Fugenverwerfungen

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