Warum sollten Autos grün sein?
Nein, natürlich ist hier nicht die Farbe gemeint, sondern das, was unter der Motorhaube schlummert: die Technik. Klar liebt man den Sound eines Benziners, wenn er sich nach einem Tritt aufs Gaspedal langsam in einen harmonischen Drehzahlbereich einpegelt, klar liebt man es an der Rennstrecke das verbrannte Gemisch der Rennmotoren durch die Nase zu atmen. - Doch spätestens, wenn sich der Staub der Straße auf unsere Fenster setzt und man beim nächsten Frühjahrsputz am Lappen erkennt, was man da das ganze Jahr über so eingeatmet hat, dann kommt man selbst als leidenschaftlicher Autofahrer ins Grübeln.
Die Erkenntnis, dass hier etwas getan werden muss, ist gar nicht so neu, denn die ersten alternativen Antriebe gab es schon im neunzehnten Jahrhundert, als das Automobil noch in der Wiege lag. Früh schon erkannten Konstrukteure die Vorteile eines Elektroantriebs, doch der Stand der Technik ließ gerade einmal eine Art Spielzeug entstehen, das nur wenige Kilometer mit seiner riesigen Batterie zurücklegen konnte.
Heutzutage müssen wir erkennen, dass Rohstoffe knapper werden, die Benzinpreise steigen - der Autofahrer ist der Willkür der Mineralölkonzerne ausgeliefert. Zusätzlich muss der Automobilist auch für die Belastungen der Umwelt aufkommen - mit der Ökosteuer werden deshalb unter anderem auch Projekte finanziert, die sich nach Alternativen zum Mineralöl umschauen.
Grüne Antriebe für Weicheier?
Alternative Antriebsmodelle führten in den Neunzigern ein Schattendasein, immer im Ruf Spielzeuge für Müsli-Esser und die Birkenstock-Fraktion zu sein. Zu lange haben sich deutsche Autobauer auf dieser Einstellung ausgeruht und mussten dann zusehen wie Toyota mit seinen Hybridmodellen auf einmal internationalen Erfolg verbuchen konnte und an den heimischen Marken vorbeizog. Doch sind Elektroantriebe gar so emotionslos und langweilig im Vergleich zum Benziner? -Ganz im Gegenteil, denn unbemerkt vom Selbstverständnis der Autofahrer fand der Elektromotor in vielen Gerätschaften Verwendung, die ganz und gar nicht für Weicheier geeignet sind: Schiffsmotoren werden mit Elektromotoren angetrieben, allein die Elektrizität dafür wird mit riesigen Schiffsdieseln erzeugt. Kran-Arme, Lastenaufzüge oder Elektrolokomotiven werden mit Elektromotoren angetrieben. Und fragen Sie doch einmal einen Lokomotivführer nach dem Sound, den sein Fahrzeug macht. Schon heute arbeiten die Automobil-Ingenieure am Klang und dem Vibrationsverhalten der neuen Elektromotoren, die den herkömmlichen Aggregaten natürlich in nichts nachstehen sollen. Die Dynamik und Kraft eines Motors soll halt nicht nur in den Fahrzeugpapieren stehen, sondern beim Beschleunigen auch gehört und gefühlt werden. Und wenn wir ehrlich sind: Was hört man im Innenraum eines BMW heutzutage noch vom Motor?
Was gibt es schon auf dem Markt?
Diese Frage ist natürlich nicht in einer Minute zu beantworten. Und auch nicht in zehn. Neben dem Elektroantrieb, hat sich auch der Wasserstoffantrieb und der Ethanol-Antrieb bei den derzeitigen Projekten durchgesetzt. Wissenschaftler in Kalifornien arbeiten daran, mit Hilfe von Algen Treibstoff zu gewinnen, andere Ansätze arbeiten mit Bakterienkulturen, die Abfälle zu Alkohol abbauen. Noch ist die Produktion zu aufwändig für den massiven Konsum, doch von Tag zu Tag werden die Verfahren raffinierter. Doch auch neben den experimentellen Konzepten, gibt es schon seit Jahren den Biodiesel aus Rapsöl, sparsame konventionelle Antriebe - siehe 3-Liter-Auto von VW - Hybridantriebe und Autogas-Alternativen. Wer sich über das derzeitige Angebot informieren will, der ist meist aufgeschmissen, denn es gibt nur wenige Medien, die das Thema umfassend aufarbeiten. Ein positives Beispiel ist das Infoportal oekomotive.net, das ein ziemlich umfangreiches Verzeichnis, mit allen Daten und Bildern der alternativen Fahrzeuge anbietet. Darüber hinaus wird hier darüber informiert, welche Modelle in Planung sind und wann sie voraussichtlich das Licht der Welt erblicken. Oder wissen Sie, was beispielsweise BMW alles in dem Bereich angedacht hat? Auch wenn Sie noch Bedenken haben, sich momentan ein Elektrofahrzeug zuzulegen, empfiehlt es sich dennoch, die Entwicklungen zu verfolgen - denn die Zukunft ist schon morgen.
Weitere Informationen: oekomotive.net
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